Gerade mal wird der Begriff Podcast etwas populär, da ist er schon wieder in Gefahr. Der amerikanische Computerkonzern Apple stört sich an der Verwendung der Silbe Pod, die auf ihr Produkt iPod hinweist:
Apple hat die Audio- und Video-Podcast-Seite Podcast Ready dazu aufgefordert, die Verwendung des Namens einzustellen. Gleichzeitig beschwert sich der Computerhersteller über die Software Mypodder desselben Anbieters. Stein des Anstoßes ist der Name. Dieser sei zu nah an "iPod" und enthält ferner den Begriff "Pod" komplett, den Apple bereits seit einiger Zeit für sich beansprucht. (aus Apple beansprucht "Podcast" für sich)
Der Begriff Podcasting wird einerseits als Allgemeinbegriff für das Veröffentlichen von MP3 Dateien verwendet, ist aber auch eine Anspielung auf den populären MP3-Player von Apple. Die Situation ist ähnlich wie beim Tempotaschentuch, das in Deutschland zu einem Begriff für Taschentücher geworden ist. Für Apple sicher keine schlechte Werbung, da viele Nutzer das Podcasting mit dem iPod verbinden.
Wenn Apple jetzt aber den Begriff "Podcasting" für sich beanspruchen will, dann sollten die Podcaster über einen neuen Begriff nachdenken. Ich finde Audiocasting sehr treffend, weil er selbstbeschreibend ist und die technische Realität sehr gut beschreibt. Was meinen die Audiocaster dazu? Vielleicht haben sie auch eine originellere Idee?
Nebenbei bemerkt, hat sich auch Apple einen Produktnamen unter den Nagel gerissen, schließlich sind Äpfel ein beliebtes Naturprodukt. Schade, dass Bäume keine Rechtsanwälte haben, sonst würden sie Apple verklagen.
Schon seit längerem wollte ich eine kleine Serie schreiben, die sich mit der Frage beschäftigt, welche Features aktuelle Blog-Software bietet. Dabei interessiert es mich gar nicht so sehr, was ein Blog überhaupt ist, sondern welche technischen Gemeinsamkeiten Blogsysteme haben. Was inhaltlich in ein Blog gehört und wer ein guter Blogger ist, darüber sollen sich Leute streiten, die diese Diskussion für ihr Ego brauchen. Fakt ist einfach, dass immer mehr Blogs entstehen und sich die Blog-Software als Content Management System (CMS) immer weiter verbreitet.
Die wesentliche Gemeinsamkeit von aktueller Blog-Software ist, dass es sich um ein Nachrichtensystem (news system) handelt. Die Artikel (item/posting) werden chronoloigsch geordnet, der zuletzt geschriebene Artikel steht an erster Stelle. Diese Reihenfolge ist in der Software meist fest verankert und lässt sich deshalb oft nur durch Modifizieren des eigentlichen Grundsystems (core) ändern.
Artikel werden oft in einen einleitenden und einen erweiterten Teil aufgeteilt. Häufig wird aber nur der einleitende Teil verwendet. Das unterscheidet die Blogs von Nachrichtenseiten, auf denen der einleitende Teil (teaser) meistens fett gedruckt wird und sich der eigentlich Artikel im erweiterten Teil befindet. Bei Blogs befinden sich auf der Startseite meistens auch die ganzen Texte, während bei Nachrichtenseiten nur Anrisstexte zu lesen sind.
Grundsätzlich würde die chronologische Reihenfolge der Artikel für ein Blog ausreichen. Benötigt würden nur zwei Links am Ende der Seite, mit denen man die vorhergehenden Artikel (previous items) und die folgenden (next items) anschauen kann. Allerdings zeigt diese Lösung schon einen großen Nachteil eines Newssystems: alte Artikel verlieren schnell an Wert, besonders wenn sie schlecht aufzufinden sind.
Um schneller alte Artikel finden zu können, haben sich zwei Lösungen etabliert. Eine Möglichkeit ist ein kleiner Kalender (calendar), in dem alle Tage, an denen ein Artikel geschrieben wurde, verlinkt sind. Der aktuelle Monat wird angezeigt, vorhergehende Monate und Jahre lassen sich über Links erreichen. Eine weitere Möglichkeit sind zusätzliche Archivseiten (archive), auf den die Artikel nach Monaten sortiert werden. Diese Seiten lassen sich meistens über eine zusätzliche Seite mit einer Monatsübersicht aufrufen. Auf der Übersichtsseite wird oft auch eine Liste mit allen Titeln eines bestimmten Zeitraums (Monat bzw. Jahr) angeboten. Bei der Gestaltung und Gliederung ihrer Archivseiten unterscheiden sich die verschiedene Blogsysteme.
Im zweiten Teil meiner Serie über Blog-Software will ich mich mit der Einteilung von Artikeln mithilfe von Kategorien und Tags beschäftigen. Diese beiden Ordnungssysteme sind gar nicht so unterschiedlich, wie sie auf den ersten Blick erscheinen.
09.09: Faszination Google Maps
Die erste Map zeigt die Ecke Schwetzinger Straße / Albert-Fritz-Straße in Heidelberg (in einem der Häuser auf dem Bild wohne ich):
Zur Zeit sieht es hier aber ganz anders aus, da die Stadt Heidelberg in Schwetzinger Strasse eine Straßenbahnlinie baut. Wer mal eine chaotische Baustelle sehen will, der sollte nach Heidelberg Kirchheim kommen.
Die zweite Map zeigt einen Ausschnitt aus der Heidelberger Innenstadt mit Neckar, Alter Brücke und Schloss:
Für die beiden Maps habe ich einige grundlegende Funktionen benutzt: das Festlegen der geographischen Lage und des Zoomfaktors sowie das Einstellen der Map auf Hybridansicht (Satellit und Karte überlagert).
Wenn ich jetzt aber das Heidelberger Schloss noch mit einem roten Ballon und einer Sprechblase markiere, dann komme ich gar nicht mehr ins Bett ...