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Category: Metablog
Zur Zeit gibt es hier wenig zu lesen. Ich komme selten zum Schreiben und habe zu viele verschiedene (auch selbstgewählte) Aufgaben, an denen ich gerade arbeite. Ein guter Grund, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie oft ein Blogger bloggen sollte.

Vor ein paar Monaten meldete sich Jakob Nielsen zu Wort, um seine Vorstellungen von einem Weblog zu veröffentlichen. Nielsen, der von einigen als eine Art Usability-Guru verehrt wird, stellte in seinem Beitrag Weblog Usability: The Top Ten Design Mistakes ein Pflichtenheft für Blogger auf. Zum Thema Veröffentlichungshäufigkeit schrieb er:

Establishing and meeting user expectations is one of the fundamental principles of Web usability. For a weblog, users must be able to anticipate when and how often updates will occur. For most weblogs, daily updates are probably best, but weekly or even monthly updates might work as well, depending on your topic. In either case, pick a publication schedule and stick to it.

Was mich am Artikel von Nielsen stört, ist sein Versuch, seine Vorstellungen von Weblogs als Usability Regeln zu verkaufen. Wie oft ein Blogger publiziert, hängt aber von seinen Vorstellungen über sein Blog und seinen (eventuell vorhandenen) Marketingstrategien ab. Wer aus Spaß bloggt, braucht dazu sicher keinen Terminkalender und wer ökonomische Ziele verfolgt, dem wird ein Terminkalender alleine nicht helfen.

Also es spricht nichts gegen die freie Entfaltung des Bloggers. Ich habe mir etwa einen Artikel in der Woche vorgenommen, aber Abweichungen nach oben oder unten sind natürlich jederzeit möglich und nicht unbeabsichtigt. icon_smile.gif
Category: Metablog
Im Oktober 2005 wurden die Blogger zum Objekt sozialwissenschaft- licher Betrachtung. Die Umfrage "Wie ich blogge?!" fragte nach der Einstellung zum Bloggen, wie regelmäßig gebloggt wird, welche Technik zum Einsatz kommt und bei Ex-Bloggern, warum das Bloggen aufgegeben wurde.

Auch ich habe mich an der Umfrage beteiligt. Wenn man in Heidelberg aufgewachsen ist, ist man es ohnehin gewohnt zum Gegenstand von Forschungen gemacht zu werden. Auf eine Studie mehr oder weniger kommt es da nicht mehr an. Die Fragen waren auch spannend und gute Anregungen für einige Metablog-Artikel, die ich vielleicht noch schreiben werde. Die Angaben übers eigene Einkommen waren freiwillig. Erfeulich für mich und die Ersteller der Studie: wäre die Frage verbindlich gewesen, hätte ich die Befragung abgebrochen.

Die ersten Ergebnisse der Studie, an der 5246 Blogger teilnahmen, kann man unter Ergebnisse "Wie ich blogge?!" nachlesen, ein 27seitiges PDF mit der ersten Auswertung gibt es auch.

So ganz gelesen habe ich die Ergebnisse noch nicht. Köstlich amüsiert hat mich folgender Satz aus der Einleitung:

Bislang liegen allerdings kaum empirische Befunde über die Merkmale von Weblog-Autoren und ihre Praktiken vor, es ist also weitgehend unerforscht, welche Personengruppen aus welchen Gründen Weblogs nutzen, was ihre Nutzungsweisen auszeichnet und welche Erwartungen sie an das Genre haben.

Hier wird also echte Pionierarbeit geleistet und das unbekannte Wesen Blogger erforscht. icon_smile.gif